Demokratie, Würde, Zuhören, Hoffnung und Selbstwirksamkeit

Mal sehen

September 09, 2026•11 min read

Mal sehen …

Mein Herz pocht.

Gestern vor Wut.

Heute immer noch.

Aber anders.

Vielleicht, weil eine Nacht manchmal reicht, damit zwischen zwei Herzschlägen eine Frage passt.

Vom Lesen.
Vom Sehen.
Von Zahlen, die irgendwann keine Zahlen mehr sind, sondern Menschen, die ihr Kreuz dort machen, wo mein Leben wieder zur Verhandlung steht.

Ich frage mich:

Warum ist es so ruhig?

Nein.

Das stimmt noch immer nicht ganz.

Es gibt Demonstrationen.

Ich weiß das.

Ich stehe selbst dort.

Zwischen Transparenten, Stimmen, entschlossenen Gesichtern. Zwischen Menschen, die wissen, dass Demokratie kein Zustand ist, sondern Arbeit.

Manchmal irritiert mich die Leichtigkeit.

Die Unbedarftheit.

Die beinahe festliche Fröhlichkeit angesichts dessen, weshalb wir eigentlich dort stehen.

Und natürlich weiß ich:

Menschen dürfen lachen, während sie kämpfen.

Vielleicht müssen sie es sogar.

Trotzdem schaue ich mich um.

Millionen Menschen in dieser Stadt.

Wo seid ihr?

Die Kulturoffenen.

Die Bildungsbürgerinnen.

Galerien, Bühnen, Hörsäle, Praxen, Vereine, Unternehmen.

Die Menschen, die sich beim Abendessen liberal nennen.

Die Freiheit wichtig finden.

Vielfalt selbstverständlich.

Die schwule Freunde haben, eine lesbische Kollegin, einen schwarzen Nachbarn, eine türkische Ärztin, eine polnische Pflegekraft.

Wo seid ihr?

Oder wartet ihr?

Mal sehen.

Vielleicht wird es ja doch nicht so schlimm.

Dieser Satz lässt mich nicht los.

Vielleicht, weil er so harmlos klingt.

Vielleicht, weil er eine Haltung verstecken kann.

Abwarten.

Schauen, wen es zuerst trifft.

Prüfen, was der Wandel persönlich kostet.

Oder vielleicht sogar bringt.

Meine Wohnung bleibt meine Wohnung.

Mein Gehalt kommt.

Der Kühlschrank ist voll.

Meine Ehe gilt weiterhin als Ehe.

Meine Haut fällt nicht auf.

Mein Name löst keine Rückfrage aus.

Meine Familie passt aufs Formular.

Also:

Mal sehen.

Vielleicht ein bisschen mehr Ordnung.

Ein bisschen weniger Zumutung.

Weniger Migration.

Weniger queeres Gedöns.

Weniger Menschen, die daran erinnern, dass die eigene Lebenswirklichkeit nicht die einzige ist.

Natürlich nicht zu viel rechts.

Um Gottes willen.

Nur so viel, dass das Wohnzimmer gemütlich bleibt.

So viel Rückschritt, dass andere zuerst fallen.

Und während ich das schreibe, merke ich:

Da mache ich es mir selbst schon wieder bequem.

Die anderen.

Die Rechten.

Die Schweigenden.

Die Wohlhabenden.

Die Mitte.

Die Politik.

Die Parteien.

Die da.

Vielleicht ist auch das eine Versuchung.

Schuld sauber verteilen.

Aufstehen.

Transparent hochhalten.

Verbot fordern.

Nach Hause gehen.

Erledigt.

Aber ist es erledigt?

Ich bin für ein Verbot einer Partei, wenn ein unabhängiges Gericht feststellt, dass sie unsere freiheitlich-demokratische Ordnung aktiv bekämpft.

Eine Demokratie muss sich nicht widerstandslos abschaffen lassen.

Aber ein Verbot ist keine Heilung.

Vielleicht nicht einmal der Anfang davon.

Denn was geschieht am Morgen danach?

Verschwindet dann der Rassismus?

Die Angst?

Die Wut?

Das Gefühl, nicht gehört zu werden?

Die Sehnsucht nach einfachen Antworten?

Der Frauenhass?

Die Verachtung?

Das Misstrauen gegenüber Politik?

Die soziale Unsicherheit?

Die Einsamkeit?

Die Erfahrung, immer mehr zu arbeiten und trotzdem weniger sicher zu sein?

Verschwinden Menschen, die glauben, andere seien schuld an ihrem Leben?

Natürlich nicht.

Man kann eine Organisation verbieten.

Eine Überzeugung nicht.

Man kann ein Parteilogo von einem Wahlzettel entfernen.

Nicht das, was Menschen dorthin geführt hat.

Und plötzlich wird meine Frage unangenehmer.

Nicht:

Was müssen die tun?

Sondern:

Was tue ich?

Nicht, weil alles in meiner Verantwortung liegt.
Sondern weil dort, wo mein Einfluss beginnt, auch mein Handlungsspielraum beginnt.

Was ist mein Anteil an dem Ort, an dem ich leben möchte?

Wo rede ich?

Wo höre ich zu?

Und noch schwieriger:

Wo höre ich nur so lange zu, bis ich die passende Stelle gefunden habe, an der ich widersprechen kann?

Wann möchte ich verstehen?

Und wann lediglich gewinnen?

Kann ich einem Menschen zuhören, dessen politische Meinung mich verletzt, ohne seine Menschenfeindlichkeit akzeptieren zu müssen?

Kann ich unterscheiden zwischen einer anderen Meinung und der Herabwürdigung eines Menschen?

Das eine gehört zur Demokratie.

Das andere hat dort eine Grenze.

Vielleicht beginnt genau dort die eigentliche Arbeit.

Denn Demokratie verlangt nicht, dass wir uns mögen.

Nicht einmal, dass wir einander verstehen.

Aber vielleicht verlangt sie, dass wir es wenigstens versuchen, bevor wir einander endgültig zu Feindbildern erklären.

Das fällt mir schwer.

Natürlich fällt es mir schwer.

Wenn jemand über Remigration spricht und ich weiß, dass Worte wie dieses irgendwann auch Menschen wie mich meinen können, soll ich mich dann ruhig hinsetzen und interessiert fragen:

Wie kommst du darauf?

Ein Teil von mir sagt:

Nein.

Ich muss meine Würde nicht zur Diskussionsgrundlage machen.

Und das stimmt.

Aber ein anderer Teil fragt:

Wenn wir überhaupt nicht mehr miteinander sprechen – wer spricht dann?

Algorithmen?

Parteizentralen?

Streamer?

Talkshows?

Menschen, deren Geschäftsmodell darin besteht, unsere Angst profitabel zu halten?

Vielleicht ist das einer der größten Triumphe unserer Zeit:

Wir glauben ständig, wir sprächen miteinander.

Dabei reagieren wir aufeinander.

Senden.

Posten.

Empören.

Blockieren.

Teilen.

Bewerten.

Und irgendwo zwischen all diesen Meinungen ist uns das Zuhören abhandengekommen.

Nicht das schweigende Warten auf den eigenen Redeanteil.

Zuhören.

Was fehlt dir?

Wovor hast du Angst?

Was ist dir genommen worden?

Was glaubst du, wem du es verdankst?

Und stimmt das überhaupt?

Vielleicht müssten diese Fragen häufiger gestellt werden.

Auch mir.

Wovor habe ich Angst?

Vor Verlust.

Vor Rückschritt.

Davor, dass meine Familie wieder erklärt werden muss.

Dass meine Liebe politisch wird, obwohl sie für mich einfach Liebe ist.

Dass meine Haut irgendwann wieder stärker darüber entscheidet, wie deutsch ich gelten darf.

Meine Angst ist real.

Aber auch ich muss aufpassen, was ich mit ihr mache.

Angst kann warnen.

Sie kann schützen.

Sie kann aber auch den Blick verengen.

Und wer unsere Ängste bewirtschaftet, bestimmt irgendwann mit, wohin wir schauen.

Das gilt nicht nur für rechte Propaganda.

Es gilt für Politik überhaupt.

Für Medien.

Für Kampagnen.

Für Bewegungen.

Für mich.

Für uns.

Wie leicht ist es, Menschen vor einen Karren zu spannen, wenn man ihnen vorher überzeugend erklärt hat, wer auf der anderen Seite steht.

Links.

Rechts.

Queer.

Konservativ.

Migrantisch.

Deutsch.

Alt.

Jung.

Stadt.

Land.

Arm.

Reich.

Und während wir einander ansehen, als wären wir das Problem, lohnt sich vielleicht irgendwo etwas ganz anderes prächtig.

Angst.

Aufmerksamkeit.

Empörung.

Klicks.

Macht.

Profit.

Und da kommt eine Frage, die mir selbst nicht gefällt:

Ist Politik überhaupt die Lösung, die ich immer von ihr verlange?

Vielleicht ist sie ein Werkzeug.

Ein notwendiges.

Wir brauchen Gesetze.

Institutionen.

Kontrolle.

Gerichte.

Soziale Sicherung.

Schulen.

Infrastruktur.

Politische Entscheidungen verändern Leben.

Natürlich.

Aber Politik besteht aus Menschen.

Und Menschen bringen Interessen mit.

Macht.

Abhängigkeiten.

Karrieren.

Überzeugungen.

Lobbyarbeit.

Geld.

Vielleicht wird es gefährlich, wenn ich Politik mit Gesellschaft verwechsle.

Wenn ich alle paar Jahre ein Kreuz mache und glaube, damit meinen Anteil an einer lebenswerten Welt abgegeben zu haben.

Mach du mal, Demokratie.

Ich habe gewählt.

Vielleicht funktioniert es so nicht.

Vielleicht hat es nie so funktioniert.

Und vielleicht richtet sich meine größte Frage deshalb weiterhin an Frauen.

Von Frau zu Frau.

Wann genau haben wir beschlossen, dass unsere Rechte so selbstverständlich geworden sind, dass andere sie für uns bewachen werden?

Ein Staat?

Eine Partei?

Ein Gericht?

Irgendwer?

Frauen haben dafür gekämpft, wählen zu dürfen.

Arbeiten zu dürfen.

Ein eigenes Konto zu haben.

Über den eigenen Körper mitzubestimmen.

Frauen zu lieben.

Männer zu verlassen.

Nicht zu heiraten.

Keine Kinder zu bekommen.

Oder fünf.

Diese Rechte kamen nicht vom Himmel.

Und sie bleiben nicht automatisch, nur weil sie einmal in einem Gesetz standen.

Aber auch hier möchte ich genauer hinsehen.

Wenn Frauen aus Angst vor Gewalt nach Sicherheit rufen, darf meine Antwort nicht sein:

Wie könnt ihr nur?

Ich möchte fragen:

Welche Sicherheit fehlt euch?

Was ist passiert?

Und dann möchte ich widersprechen, wenn aus dieser Angst Herkunftspolitik gemacht wird.

Denn ja:

Redet mit mir über Gewalt gegen Frauen.

Bitte.

Redet laut.

Aber über alle Gewalt gegen Frauen.

Über den Ehemann.

Den Expartner.

Den Vater.

Den Kollegen.

Den Fremden auf der Straße.

Mit deutschem Pass.

Ohne deutschen Pass.

Patriarchale Gewalt hat keine ethnische Exklusivität.

Wenn meine Angst nur dann interessant wird, wenn sich daraus ein passendes Feindbild herstellen lässt, werde ich nicht geschützt.

Dann werde ich benutzt.

Und ich möchte mich nicht benutzen lassen.

Von keiner Seite.

Das ist vielleicht mein neuer Satz.

Ich möchte mich nicht vor irgendeinen Karren spannen lassen.

Nicht 2026.

Nicht für eine Rechte, die mir erklärt, welche Menschen weniger dazugehören.

Aber auch nicht für eine politische Blase, die glaubt, moralische Überlegenheit ersetze das Gespräch.

Nicht für eine Wirtschaft, die Vielfalt liebt, solange sie Fachkräfte liefert und Kaufkraft besitzt.

Nicht für einen Aktivismus, der Menschen nur noch danach sortiert, ob sie jedes richtige Wort in der richtigen Reihenfolge kennen.

Nicht für Parteien, die meine Identität entdecken, wenn sie meine Stimme brauchen.

Ich will genauer wissen:

Wofür stehe ich selbst?

Nicht nur:

Wogegen?

Ich bin gegen Rassismus.

Gut.

Was tue ich für Begegnung?

Ich bin gegen Frauenfeindlichkeit.

Was tue ich für Mädchen und Frauen in meinem Umfeld?

Ich bin gegen soziale Kälte.

Wie behandle ich die Person an der Supermarktkasse?

Die Nachbarin, die einsam ist?

Den Menschen, dessen Meinung mir auf die Nerven geht?

Ich will Klimaschutz.

Wie lebe ich?

Ich will Demokratie.

Wie streite ich?

Wie höre ich zu?

Wie gehe ich mit Macht um, wenn ich selbst welche habe?

Wie großzügig bin ich mit der Freiheit anderer, wenn sie meiner eigenen Vorstellung widerspricht?

Da wird es interessant.

Denn Freiheit ist leicht zu lieben, solange Menschen damit das tun, was man selbst richtig findet.

Demokratie zeigt sich dort, wo jemand anders denkt und ich trotzdem nicht wünsche, dieser Mensch möge verschwinden.

Es gibt allerdings eine Grenze.

Die möchte ich nicht weichzeichnen.

Du darfst meine Meinung ablehnen.

Meine Politik.

Meine Kunst.

Meine Lebensweise.

Du darfst konservativ sein.

Religiös.

Nicht religiös.

Du darfst Gendersternchen albern finden.

Meine Sprache unbequem.

Meine Vorstellung von Gesellschaft naiv.

Wir können darüber streiten.

Aber meine Menschenwürde ist kein Diskussionsbeitrag.

Deine auch nicht.

Kein Mensch wird zur Verhandlungsmasse.

Vielleicht ist das der Boden.

Nicht Einigkeit.

Würde.

Und darauf können wir uns anschreien, wenn es sein muss.

Vielleicht danach sogar wieder zuhören.

Ich denke an meine eigene queere Community.

Wir haben Sichtbarkeit erkämpft.

Wir tanzen durch Städte.

Hängen Fahnen aus Fenstern.

Organisieren CSDs.

Gut so.

Aber vielleicht reicht Sichtbarkeit nicht.

Vielleicht müssen wir wieder häufiger Räume schaffen, in denen nicht alle ohnehin unserer Meinung sind.

Vielleicht beginnt Solidarität dort, wo ich mich für eine Freiheit einsetze, von der ich persönlich gar nichts habe.

Vielleicht bedeutet Zivilcourage nicht nur, gegen etwas zu demonstrieren.

Vielleicht bedeutet sie auch:

eine Nachbarin fragen, wie es ihr geht.

Einen rassistischen Satz nicht stehen lassen.

Einen Menschen nicht sofort abschreiben.

Einer Jugendlichen zuhören.

Im Verein widersprechen.

Sich kommunal engagieren.

Ein Projekt aufbauen.

Einen Garten teilen.

Kinder ernst nehmen.

Zeit verschenken.

Wissen weitergeben.

Ein Unternehmen menschlicher führen.

Eine Tafel unterstützen.

Kunst machen.

Eine Tür öffnen.

Eine Grenze setzen.

Manchmal ist Demokratie vielleicht erschreckend unspektakulär.

Sie trägt kein Transparent.

Sie bekommt keine Likes.

Sie passiert zwischen zwei Menschen.

Und vielleicht liegt darin auch Hoffnung.

Denn wenn Demokratie nur in Parlamenten stattfinden würde, wäre ich ziemlich machtlos.

Wenn sie aber am Küchentisch beginnt, im Treppenhaus, in Schulen, Betrieben, Vereinen, Familien, Freundschaften, Gärten, Ateliers und auf Straßen, dann habe ich plötzlich etwas zu tun.

Dann kann ich nicht mehr sagen:

Die müssen.

Dann muss ich fragen:

Was kann ich?

Nicht aus Selbstoptimierung.
Nicht, um die Welt allein zu retten.
Sondern um meinen Teil nicht länger an andere abzugeben.

Und:

Was kannst du?

Nicht alles.

Niemand kann alles.

Vielleicht ist gerade dieser Anspruch Teil unserer Krankheit.

Immer größer.

Schneller.

Mehr.

Wachstum.

Gewinn.

Reichweite.

Einfluss.

Optimierung.

Und gleichzeitig wundern wir uns, dass Menschen vereinsamen, erschöpfen, Angst bekommen und sich nach einfachen Antworten sehnen.

Was wäre, wenn eine lebenswerte Welt für unsere Kinder und Enkel gar nicht zuerst größer werden muss?

Sondern näher?

Langsamer?

Verlässlicher?

Wenn Wohlstand irgendwann wieder bedeutete, Zeit füreinander zu haben?

Sicherheit nicht nur Polizei?

Freiheit nicht nur Konsum?

Erfolg nicht nur Profit?

Vielleicht klingt das naiv.

Gut.

Ich nehme das Risiko.

Denn besonders erwachsen kommt mir die Welt gerade auch nicht vor.

Wir wissen so viel.

Über Klima.

Über Krieg.

Über Ausbeutung.

Über Traumata.

Über Ungleichheit.

Über Einsamkeit.

Über Propaganda.

Über die Mechanismen unserer Geschichte.

Wir haben Archive, Forschung, Erinnerungen, Warnungen.

Brecht schrieb:

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Margot Friedländer sagte:

„Ihr dürft nicht schweigen.“

Vielleicht bedeutet Nichtschweigen heute mehr als laut zu sein.

Vielleicht bedeutet es auch, Fragen auszuhalten.

Die eigenen.

Wo profitiere ich?

Wo schaue ich weg?

Wo urteile ich vorschnell?

Wo lasse ich andere für meine Überzeugungen kämpfen?

Wo verteidige ich Freiheit nur dann, wenn es meine eigene ist?

Wo wünsche ich mir einfache Lösungen, obwohl ich weiß, dass Menschen kompliziert sind?

Und wo kann ich morgen etwas anders machen?

Vielleicht wird es ja doch nicht so schlimm.

Nein.

Dieser Satz gefällt mir noch immer nicht.

Aber vielleicht bekommt Mal sehen heute eine andere Bedeutung.

Nicht:

abwarten.

Nicht:

schauen, wen es trifft.

Sondern:

Mal sehen.

Genau hinsehen.

Auf Programme.

Auf Macht.

Auf Interessen.

Auf Sprache.

Aufeinander.

Und auf mich.

Mal sehen, wo meine Angst endet und mein Handeln beginnt.

Mal sehen, ob ich einem Menschen widersprechen kann, ohne ihn zu entmenschlichen.

Mal sehen, ob ich zuhören kann, ohne mich selbst zu verraten.

Mal sehen, ob wir noch miteinander streiten können, ohne einander abschaffen zu wollen.

Mal sehen, was ich beitragen kann zu einem Ort, an dem meine Kinder und Enkel nicht lernen müssen, wer ihre Feinde sind, bevor sie überhaupt herausgefunden haben, wer sie selbst sein wollen.

Vielleicht ist das weniger befriedigend als ein Schuldiger.

Es passt auf kein Transparent.

Es lässt sich schlechter skandieren.

Und es nimmt mich selbst in die Pflicht.

Verdammt.

Vielleicht ist genau das der Punkt.

Mein Herz pocht noch.

Aber heute nicht nur vor Wut.

Da ist eine Frage dazwischen.

Was ist mein Teil?

Und für heute möchte ich nicht, dass jemand anderes sie für mich beantwortet.


In Liebe,

Mo



Angela Mohaupt |- Coachin & psychologische Beraterin
Begleitung mit Haltung – für Wandel, Verbindung & innere Klarheit

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